Brandschutz & Haltbarkeit

Holzhäuser und Brandschutz? Kein Gegensatz!

Warum sich Bedenken wegen Brandgefahr in der Regel in Rauch auflösen. Im Folgenden erhalten Sie einen Einblick in den Brandschutz bei Holzhäusern.

Üblicherweise wird davon ausgegangen, dass Holzhäuser schnell Feuer fangen. Die Brandschutzmaßnahmen sind somit höher als bei anderen Baumaterialien. Die Wohngebäudeversicherung ist teurer. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall.

In Deutschland werden jährlich 200.000 Brände gemeldet. Die Landesbauordnung erhebt deshalb Mindestanforderungen an den baulichen Brandschutz, die eingehalten werden müssen. Die wichtigste Norm ist die DIN 4102, die auch das Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen festlegt. Bis auf einige Ausnahmen sind Holz und Holzbaustoffe der Baustoffklasse B2 (normal entflammbar) zuzuweisen. Wird das Holz speziell behandelt, rückt es in die Baustoffklasse B1 (schwer entflammbar) auf. Das heißt, dass für Holzhäuser keine besonderen Brandschutzbestimmungen gelten, weil sie leichter entflammbar seien. Und auch für die Versicherung müssen Sie nicht mehr zahlen als beim Massivbau.

Holz spricht, bevor es bricht

Holz brennt zwar, aber sehr langsam und gleichmäßig. Aus diesem Grund werden Holzbalken als tragende Elemente dicker konzipiert als die Statik es erfordert. Denn: Je dicker sie sind, desto langsamer entzünden sie sich. Im Brandfall bildet sich zuerst eine Holzkohleschicht um die Holzbalken, die den Kern eine gewisse Zeit schützt, da sie dem Sauerstoff den Weg ins Innere verschließt. Moderne Holzhäuser können so dem Feuer zwischen 30 und 60 Minuten standhalten und entsprechen voll und ganz den Anforderungen des gesetzlichen Brandschutzes.

Ohne Sauerstoff kann nichts brennen. Bei Brandgefahr sind daher auch Fensterrahmen aus Holz ein Plus, die zur Maximierung des Brandschutzes beitragen. Während Kunststoffrahmen bereits bei 110 Grad schmelzen und durch das Zerbersten der Fensterscheiben eine erhöhte Sauerstoffzufuhr begünstigen, widerstehen Holzrahmen dem Feuer bis zu 200 Grad. Dazu kommt, dass Kunststoff gesundheitsschädigende Dämpfe freisetzt, wenn es sich entzündet. Holz dagegen nicht.

Gegenüber Stahlträgern haben Holzbalken zusätzlich den Vorteil, nicht unerwartet nachzugeben und zu bersten, sondern knarzen vorher erheblich. Das Sprichwort “Holz spricht, bevor es bricht” beschreibt bildhaft, wie berechenbar der Rohstoff brennt. Jeder, der schon einmal vor einem Lagerfeuer oder Kamin gesessen hat, kennt das typische Knacken und Knistern, das mit wohliger Gemütlichkeit assoziiert wird. Dieses entsteht durch Risse, die das Holz bekommt, wenn es verbrennt. Das Knacken ist demnach als Vorbote zu verstehen und der Grund, warum Feuerwehrmänner sich in Holzhäusern wohler fühlen als in anderen Gebäuden.

Letztlich steckt das Risikopotenzial für einen Brand mehr in der Wohneinrichtung als in den Baumaterialien. Kunststoffgegenstände, elektrische Geräte, Teppiche, Öle etc. bieten einen hervorragenden “Zunder” und stellen für den Brandschutz eine größere Herausforderung dar als gut abgelagerte, massive Holzbalken.

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